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Jetzt wirds persönlich: Dein zukünftiger Chef will sich mit dir unterhalten.

Vorstellungsgespräch

Logisch, dass dir zumindest bei deinen ersten Vorstellungsgesprächen ziemlich mulmig sein wird. Die drei besten Mittel dagegen: üben, üben, üben. Spiel erst einmal gedanklich durch, was dich erwartet. Und dann am besten real - mit der Schulklasse, mit Freunden oder deiner Familie.

Für den Arbeitgeber geht es beim Vorstellungsgespräch darum, deine Persönlichkeit, deine Teamfähigkeit, deine Leistungsbereitschaft, deine Motivation und Fähigkeiten kennen zu lernen und mit den wichtigen Berufsvoraussetzungen abzugleichen. Deshalb laufen die meisten Vorstellungsgespräche nach einem klassischen Muster ab.

Den Anfang machen Fragen zu den Gründen deiner Bewerbung:

  • "Warum dieser Beruf?"
  • "Was interessiert Sie daran?"
  • "Was wissen Sie darüber?"
  • "Was haben Sie nach der Ausbildung vor?"
  • "Welche Vorstellungen haben Sie über Ihre spätere Tätigkeit und Karriere?"
  • "Haben Sie schon gewisse praktische Erfahrungen?"
  • "Warum dieses Unternehmen?"
  • "Was wissen Sie über uns?"
  • "Wo haben Sie sich sonst noch beworben?"

Dann geht es um dich:

  • "Was sind die wichtigsten Punkte in Ihrem Lebenslauf?"
  • "Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?"
  • "Fühlen Sie sich den Anforderungen dieses Berufs gewachsen?"
  • "Warum sollten wir gerade Sie einstellen?"
  • "Was machen Sie in Ihrer Freizeit?"
  • "Welche Tageszeitung lesen Sie?"
  • "Welche politischen und/oder gesellschaftlichen Ereignisse haben Sie in letzter Zeit beeindruckt?"
  • "Sind Sie mit Ihren schulischen Leistungen zufrieden?"

Diese Fragen solltest du schon mal vorab für dich beantwortet haben. Wichtig sind dabei zwei Dinge: Nicht zu weit ausholen und nicht ins schwafeln geraten. Und vor allem: Die positiven Aspekte ohne Übertreibungen betonen (besonders deine eigenen); die negativen Dinge aber auch nicht unter den Tisch kehren, sondern daraus das Beste machen.

Beispiel Schulnoten: "In Deutsch habe ich im letzten Jahr einen Ausrutscher gehabt und festgestellt, dass ich einfach mehr tun muss. Inzwischen stehe ich schon eine Note besser. In Mathematik war ich dafür immer besonders gut - und ich denke, das ist in diesem Beruf besonders wichtig."

Ein Vorstellungsgespräch ist ohnehin keine Beichte, sondern eher ein Verkaufsgespräch in eigener Sache. Deine kleinen und großen Schwächen darfst du ruhig noch kleiner machen und wenn danach nicht gefragt wird, auch einfach unter den Tisch fallen lassen. Fragen nach politischem Engagement, nach Vorstrafen, Problemen in der Familie, Familienplanung und Schwangerschaft gehören nicht ins Vorstellungsgespräch und müssen nicht beantwortet werden. Selbst auf die übliche Frage nach Hobbys und Freizeitgestaltung brauchst du nicht zu antworten - was sich aber natürlich nicht empfiehlt. Besser, du lässt einfach die kritischen Dinge weg. Oder du suchst dir jetzt schon einmal ein paar Beschäftigungen, mit denen du Pluspunkte sammeln kannst.

Nicht zu vergessen:

Du darfst und sollst auch selbst Fragen stellen. Sich zuerst nach Gehalt und Urlaub zu erkundigen, kommt natürlich nicht so gut - als Auszubildender kannst du in dieser Hinsicht sowieso nicht verhandeln. Fragen nach dem Ablauf der Ausbildung, deinem Ausbildungsplatz, ob du den gesamten Betrieb kennen lernen wirst, welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt und wie die Chance auf eine Übernahme nach der Ausbildung aussieht, zeigen dein Interesse und wirken positiv. Wichtig auch die Frage, wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst.

Und hier noch die wichtigsten Tipps:

  • Pünktlich und ausgeschlafen zu sein ist Pflicht
  • Kleidung: Das, was typische Vertreter deines Berufes tragen. Dezentes Businesskostüm bzw. Anzug und Krawatte sind also durchaus angemessen.
  • Begrüßung: Fester, aber nicht übertriebener Händedruck, offenes Lächeln. Merk dir den Namen deines Gesprächspartners und benutze ihn auch öfter einmal.
  • Klar und deutlich sprechen, lockeren Blickkontakt halten
  • Körpersprache beachten: Verschränkte Arme und Beine signalisieren Verschlossenheit, sich ständig durch die Haare zu fahren oder mit den Fingern zu spielen, zeigt deine Nervosität. Zu cool und entspannt solltest du aber auch nicht wirken.
  • Immer freundlich und höflich bleiben, keine negativen Äußerungen über andere Personen (oder gar über dich selbst).
  • Zum Schluss: Bedank dich für das Gespräch, frag unaufdringlich nach dem weiteren Vorgehen.
  • Knall nicht die Türe zu und warte mit erleichterten oder verärgerten Tönen, bis du sicher außer Hörweite bist.

Und auch hier gilt: Nachfassen.

Schreib einen Brief oder eine E-Mail, in der du dich für das Gespräch nochmals bedankst, dein Interesse für den Beruf unterstreichst und deinen Wunsch betonst, bald von deinem Gesprächspartner zu hören.